Lichtrosette
die Lichtrosette auf der Orgelbühne
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Impuls zum Evangelium vom Weissen Sonntag von Andrea Velten

2017 06 21 005b Himmel

Joh 20, 19-31

Der ungläubige Thomas.
So wird das Evangelium vom heutigen Sonntag gerne genannt.
Eigentlich tun wir Thomas damit unrecht.

Die Erzählung beginnt 8 Tage eher:
Die Jünger sitzen beisammen.
Jesus kommt.
Er wünscht ihnen Frieden.
Er zeigt unaufgefordert seine Hände und seine Seite und beweist den Jüngern:
ICH BIN ES WIRKLICH!
Und die Jünger freuen sich.
Und Jesus sendet sie aus, er rüstet sie aus, er haucht sie an und sagt:
Empfangt den Hl. Geist!
Was muss das für ein tiefes Erlebnis für die Jünger gewesen sein?!
Unvorstellbar, unbegreiflich für jemand, der nicht dabei war.
So wie Thomas.
Er war nicht dabei.
Pech gehabt.
Die anderen erzählen davon, dass Jesus seine Hände und seine Seite gezeigt hat und Thomas kann sich das einfach nicht vorstellen.
Ein ganz menschliches Verhalten.
Die Auferstehung ist etwas, was wir mit unserem Verstand nicht erfassen können,
das kann nur der Glaube.
Jeder der anderen Jünger hätte bestimmt genauso reagiert, wenn er nicht dabei gewesen wäre.
Und Hand aufs Herz:
Jeder von uns hätte in dieser Situation genauso reagiert:
Was über unsere Vorstellungskraft hinausgeht, glauben wir so leicht nicht.

- Das kann ich mir nicht vorstellen!
- Davon muss ich mich selbst überzeugen!
- oder auch: Hätte ich es nicht selbst erlebt, ich würde es nicht glauben!

Solche Gedanken sind uns doch nicht fremd und das doch meist bei Dingen, die weit weniger spektakulär sind, als eine Auferstehung.

Ich bin überzeugt, dass Thomas ein sehr gläubiger Mensch war. Und sicher hätte er das, was seine Freunde ihm da erzählten, so gerne geglaubt, aber sein Verstand konnte es nicht erfassen und hat dem Glauben einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Und so sagt er:
„Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“
Er drückt das vielleicht ein bisschen heftig aus,
aber das Verhalten des Thomas ist sehr menschlich,
sehr natürlich und uns doch irgendwie sehr nah.
Also verurteilen wir ihn lieber nicht vorschnell.
Schauen wir uns lieber an, wie Jesus reagiert.

Es ist die gleiche Ausgangssituation.
Die Jünger sitzen beisammen, Thomas ist diesmal dabei und Jesus kommt.
Und Jesus sagt zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände!
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Ich weiß nicht ob es Ihnen aufgefallen ist.
Es ist der gleiche Wortlaut, wie Thomas es sich gewünscht hat.

Jesus macht Thomas keinerlei Vorwürfe.
Jesus sieht Thomas einfach so, wie er ist, mit seinem menschlichen Denken, welches sich eine Auferstehung nicht vorstellen kann.
Und Jesus kommt dem Wunsch von Thomas entgegen.
Er ermutigt ihn den Finger in seine Wundmale zu legen.

Da denke ich:
Aua,
das muss doch total wehtun, den Finger in eine Wunde zu legen, nur um sich zu überzeugen, dass sie echt ist….
Das kann weder Jesus noch Thomas wollen.
Aber es steht so in der Bibel.

Wenn Thomas seinen Finger in die Wunden Jesu legt, dann reißt das die Wunden nicht wieder auf.
Wir dürfen nicht vergessen:
Immerhin ist Jesus auferstanden.
Das macht den Unterschied.
Es sind auferstandene Wunden.
Diese Wunden tun nicht mehr weh.
In einem unserer Osterlieder besingen wir das:
Der Leib empfindet nimmer Leid, bleibt unverletzt in Ewigkeit.
Das ist eine göttliche Dimension.
Jesus lädt Thomas ein, auferstandene Wunden zu erfassen.
Der Text sagt nicht, ob Thomas das gemacht hat oder nicht.
Ich finde die Darstellung auf unserem Fronleichnamsbaldachin sehr schön.
Nur Jesus und Thomas.
Es drückt eine tiefe Intimität zwischen den beiden aus.
Thomas‘ Hand berührt die Seite.
Und die Blicke der 2 berühren sich.
Thomas darf Auferstehung im wahrsten Sinne begreifen.
Damit ist er Jesus näher als alle anderen.
Aber das, was Thomas erlebt, kann und darf auch für uns immer wieder eine wichtige und tiefe Erfahrung sein.
In der Eucharistie feiern wir Jesu Tod und Auferstehung. Im Brot gibt er sich selbst.
Das ist mein Leib, der für Euch hingegeben wird.
Das ist mein Leib, der für euch verwundet wurde.
Wenn wir die Kommunion empfangen, den Leib Christi, dann dürfen wir, wie Thomas, die auferstandenen Wunden Jesu berühren und die Auferstehung im wahrsten Sinne begreifen.
Die Antwort von Thomas ist Anbetung:
Mein Herr und mein Gott.
Das wünsche ich uns auch, dass die Begegnung, die Berührung mit dem Auferstandenen im eucharistischen Brot, wenn wir es wieder empfangen dürfen, uns in die Anbetung führt.
Mein Herr und mein Gott.

Herr Jesus Christus, wir beten Dich an, Dich, den Auferstandenen.
Dich, der uns einlädt Deine Auferstehung im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.
Dir sei Ehre, Macht und Herrlichkeit, mit dem Vater und dem Heiligen Geist in Ewigkeit.
Amen

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